Sina Frei gewinnt ihre zweite U23 Weltmeisterschaft

Anne Terpstra verpasst die Medaillen im Eliterennen nur knapp

Auch die Weltmeisterschaft im kanadischen Mont Sainte Anne nahe Quebec, war ein voller Erfolg für das GHOST Factory Racing Team. Im U23 Rennen konnte Sina Frei ihren Titel aus dem Jahr 2017 wiederholen und sicherte sich zum zweiten Mal das Regenbogentrikot. Ihre österreichische Teamkollegin Lisa Pasteiner komplettierte das Teamergebnis mit einem hervorragenden zehnten Rang. Im Eliterennen zeigte sich Anne Terpstra wie zuletzt als Kandidatin für die vordersten Plätze und musste sich am Ende als vierte nur knapp ohne Medaille begnügen. Barbara Benko konnte nach einer zuletzt etwas schwächeren Phase mit dem 25. Rang wieder einen Fingerzeig in die richtige Richtung geben.

Im Vorjahr wurden die Weltmeisterschaften in der Lenzerheide ausgetragen, dort lief es für das Team abgesehen von Sina Frei’s Silbermedaille aber nicht perfekt. Umso gespannter waren die Athletinnen auf das traditionell schwere Rennen in Nordamerika. Der Kurs ist vor allem durch natürliche Felsen- und Steinformationen geprägt und dadurch vor allem bei Nässe eine echte Herausforderung. Die Athletinnen kamen mit den wechselnden Bedingungen die ganze Woche über gut zurecht, auch weil sie auf die Unterstützung ihres bekannten Umfelds und Betreuerstabes zurückgreifen konnten.

Bereits am Mittwoch startete das Teamrelay, bei dem fünf Athleten einer Nation aber verschiedener Kategorien in frei wählbarer Reihenfolge jeweils eine schnelle Runde absolvieren. Die Schweizer waren, wie bereits in den beiden letzten Jahren, nicht zu schlagen und Sina Frei durfte über ihre erste Goldmedaille jubeln. Aber auch Barbara Benko und Anne Terpstra konnten sich mit einer respektablen und schnellen Runde mit dem Kurs in Renntempo vertraut machen.

Nachdem Barbara Benko das Rennen in der Lenzerheide aus gesundheitlichen Gründen noch auslassen musste, freute sie sich besonders jetzt wieder an der Startlinie zu stehen: „Das Rennen war jetzt sicherlich nicht mein Bestes, aber unter diesen Umständen mit denen ich hierher gekommen bin, muss ich mit dem 25. Rang wirklich zufrieden sein. Bei mir lief leider im Laufe der Saison jetzt rückblickend einiges nicht 100prozentig perfekt und ich weiß jetzt wo die Fehler lagen. Jetzt gilt der Fokus komplett dem nächsten Jahr mit dem Ziel diese nicht zu wiederholen und perfekt vorbereitet in die Olympiasaison zu starten. Danke an alle um mich herum für die Geduld und die Unterstützung auch in nicht ganz so einfachen Zeiten!“

Anne Terpstra startete das Eliterennen genauso beherzt wie auch zuletzt die Weltcups in der laufenden Saison und zeigte sich von Beginn an in der Spitzengruppe: „Ich musste dann dem hohen Tempo etwas Tribut zollen und mich kurz etwas erholen“, beschrieb sie die Situation in der zweiten und dritten von sechs Runden, als sie sich eher um den siebten Rang herum einsortieren musste. Doch nach kurzer Erholungsphase kämpfte sie sich zurück und war für den Rest des Rennens wieder knapp hinter den Podesträngen zu finden. „Die Lücke nach vorne war aber letztlich doch zu groß und ich hatte keine Chance mehr da wirklich näher heranzukommen. Ich war unmittelbar nach dem Zieleinlauf natürlich etwas enttäuscht über den vierten Rang, aber ich muss mir immer vor Augen halten wo ich vor Beginn dieser Saison war und insbesondere wie meine letzte Saison verlaufen ist. Vierte bei der EM und vierte bei der WM bedeutet natürlich in beiden Fällen keine Medaille, aber hätte ich für diese Ergebnisse vor der Saison unterschreiben können, hätte ich das wohl blind gemacht.“

Lisa Pasteiner fühlte sich die ganze Woche sehr wohl auf dem technisch schwierigen Terrain und hätte sich vermutlich sogar über noch rutschigere Bedingungen gefreut. „Ich war jetzt das erste Mal überhaupt in Kanada, aber die Strecke hat mir sofort viel Spaß gemacht und ich bin sehr gut zurechtgekommen. Am Renntag habe ich mich dummerweise nicht so gut gefühlt und musste von Beginn an echt leiden. Kurz vor Schluss waren wir dann eine Gruppe von Rang acht bis zwölf und ich habe versucht ein TOP10 Ergebnis zu retten, das ist mir dann auch noch gerade so gelungen“ lachte die Österreicherin im Ziel.

Sina Frei war die Anspannung vor dem Rennen regelrecht anzusehen, war es doch ihr letztes U23 Rennen und vor allem neben der EM auch das einzige internationale U23 Rennen überhaupt in der Saison. Nachdem die Schweizerin vorzeitig in die Eliteklasse im Weltcup aufgestiegen ist, ergibt sich nur selten die Gelegenheit sich mit der unmittelbaren Konkurrenz zu messen: „Im Vorfeld ist das natürlich immer etwas schwerer einzuschätzen und im U23 Rennen wird einfach anders gefahren als in einem Eliteweltcup. Aber klar, wenn alle im Vorfeld sagen ‚du gewinnst das sowieso‘ ist das schwer das komplett auszublenden.“ Es dauerte eine Runde ehe sich die Nervosität gelegt hat und die vierfache U23 Europameisterin in ihrem Rhythmus fand, doch dann entwickelte sich das Rennen nach ihren Vorstellungen: „Ich habe in den technischen Passagen versucht als erste einzubiegen, die sind teilweise so schwer da ist es unmöglich am Hinterrad dran zu bleiben. Also wollte ich keinesfalls immer wieder diese Lücken schließen müssen.“ Das zahlte sich dann ab der dritten Runde aus und es entstand ein Loch zu den Verfolgerinnen. Von da an konnte Frei ihr Tempo durchziehen und gewann das Rennen am Ende deutlich vor Laura Stigger und Loana Lecomte aus Frankreich. „Ich muss sagen ich bin schon wirklich sehr glücklich und zufrieden. Meine U23 Zeit war unglaublich und durfte alle internationalen Rennen – egal ob Weltcups oder Meisterschaften auf dem Podium beenden. Vier Europameistertitel und jetzt noch der zweite WM Titel machen mich wirklich stolz. Jetzt heißt es dann auf in die Eliteklasse, im kommenden Jahr dann auch bei den Meisterschaften. Danke für die viele Unterstützung und alle Nachrichten, jetzt freue ich mich auf den letzten Weltcup kommende Woche in den USA.“