Mit einem Sieg im Finale, zum Doppelsieg im Gesamtweltcup

Barbara Benko mit zweitem Platz im XCC – Siebter U23 Sieg im siebten Weltcup

Der Weltcupabschluss der Saison für das GHOST Factory Racing Team war genau so erfolgreich wie die gesamte Saison und das Team krönte sich mit dem siebten Sieg im siebten Weltcup. Sina Frei konnte zusammen mit ihrer Teamkollegin Malene Degn – die den Auftakt in Südafrika gewinnen konnte – alle Weltcups für sich entscheiden. Lisa Pasteiner rundete das U23 Rennen mit einem elften Platz ab. Barbara Benko setzte ihr Highlight bereits am Freitag mit dem zweiten Rang im XCC Shortrace.

Das Rennen in La Bresse war nach einem Jahr Pause wieder im Wettkampfkalender, jedoch nicht mehr mit dem Austragungsort im Stadtzentrum, sondern am Stadtrand im nahegelegenen Skigebiet. Der neue XCO Kurs war sehr natürlich angelegt und insbesondere die verrückten Zuschauer feierten ein unvergessliches Radsportfest.

Lisa Pasteiner musste im Laufe der Saison einige Weltcups aus gesundheitlichen Gründen auslassen und kehrte erst zur Jugend-EM ins internationale Wettkampfgeschehen zurück. Von Beginn kam ihr das matschige Geläuf in LaBresse entgegen und sie konnte sich zwischen dem achten und zwölften Rang festsetzen: „Ich freue mich eigentlich immer über Regen, das macht mir einfach Spaß. Nach dem Rennen und dem elften Rang am Ende bin ich froh, fast wieder da angekommen zu sein, wo ich die Saison begonnen habe. Es war kein einfaches Jahr, aber das Rennen heute war sicherlich eines meiner Highlights und zusammen mit dem Ergebnis aus Südafrika kann ich mit meiner ersten U23 Saison schon sehr zufrieden sein. Das Team hat mich auch in der schwierigen Zeit bestmöglich unterstützt und ich hoffe bei der WM nochmal ein Highlight setzen zu können!“

Barbara Benko entwickelt sich währenddessen immer mehr zur Shorttrack Spezialistin und musste sich am Freitag nur der Dauersiegerin Annika Langvad geschlagen geben: „Im XCC gelingt mir das erstaunlich einfach, ich kann das Tempo gut mitgehen und am Ende konnte ich nur den Angriff von Annika nicht parieren.“ In der letzten Runde setzte sich die Ungarin noch von der späteren Gesamtweltcupsiegerin Jolanda Neff ab und sicherte sich damit wertvolle Punkte für den Gesamtweltcup und einen Platz in der ersten Startreihe im XCO Rennen am Sonntag: „Der beste Startplatz hilft allerdings nichts, wenn man so startet wie ich heute“ war dann aber das Resümee nach einem 19. Platz am Sonntag: „Ich bin nicht gut weggekommen, habe aber trotzdem gut ins Rennen gefunden und lag um Platz zwölf. Peinlich ist mir eher, dass ich in einer Laufpassage so unglücklich weggerutscht bin, dass mein Knie später genäht werden musste und ich im Rennen deutlich beeinträchtigt war.“ Unmittelbar nach dem Rennen stellte sich heraus, dass zwar einige Stich notwendig sein würden, die Knochen aber nicht beschädigt sind. Trotzdem verlor die ungarische Meisterin einige Plätze, reihte sich auf Rang 19 ein, brachte aber den elften Platz im Gesamtweltcup nach Hause.

Die Saison endete dafür im U23 Weltcup ganz oben auf dem Podest. Sieben Weltcups, Sieben Siege für das GHOST Factory Racing Team, sechs davon für Sina Frei, zwei Doppelsiege und insgesamt 13 Podestplätze beschreiben die unglaubliche Bilanz, runtergebrochen auf die harten Zahlen. Am Ende gewinnt Sina Frei den Gesamtweltcup mit ihrem zwölften und letzten U23 Weltcupsieg und Malene Degn sicherte ihren zweiten Gesamtrang mit Platz sechs in Frankreich: „Ganz ehrlich, nach dem überfahren der Ziellinie war ich enttäuscht über Rang sechs. Mit ein paar Stunden Abstand bin ich aber super stolz auf meine Saison. Ich konnte in sechs von sieben Rennen auf dem Podium stehen und meinen ersten U23 Weltcupsieg gleich zum Saisonauftakt feiern. Mehr hätte ich mir vor der Saison nicht zu träumen gewagt. Jetzt hoffe ich natürlich auf einen gelungenen Saisonabschluss in Lenzerheide, denn ich bin mir sicher, es ist mehr drin als ich heute zeigen konnte.“ Die Dänin sortierte sich zu Beginn des Rennens noch auf dem dritten Rang ein, musste dann aber ihre Kontrahentinnen ziehen lassen und beendete das Rennen auf dem sechsten Rang: „Ich bin bergab einmal etwas in Probleme geraten, dann war ich für den Rest des Rennens verunsichert und konnte dann kaum mehr Zeit gut machen.“

Einmal mehr in ihrer eigenen Liga kämpfte sich Sina Frei zu einem weiteren und ihrem voraussichtlich letzten U23 Weltcupsieg. Die Schweizerin konnte sich, wie so oft bereits in der ersten Runde von der Konkurrenz absetzen und versuchte dann in der Folge mit ihrem eigenen Rhythmus und freier Fahrt das Rennen zu kontrollieren: „Ich habe mich im Schlamm recht wohl gefühlt und bin mit dem Boden gut zurechtgekommen. Wir haben heute Morgen nochmal ein paar Stellen analysiert und ich wusste auf was ich mich einstellen musste. In den letzten beiden Runden ist mir dann die Kette noch zweimal heruntergefallen, dass kann natürlich bei diesen Bedingungen immer passieren, kostet aber dennoch einige Sekunden. Dann wurde es nochmal spannender als mir lieb war, aber ich bin so glücklich über die erste Saison im neuen Team und die Leistungen die wir gemeinsam erreichen konnten. Ich möchte mich nochmal explizit bei allen bedanken, ich fühle mich superwohl und könnte es nicht besser haben!“ Den Gesamtweltcup hatte sich die Welt- und Europameisterin bereits beim vorletzten Weltcup der Saison gesichert, freute sich aber über ihren letzten U23 Wetlcupsieg noch genauso: „Das war wohl mein letzter in der U23, kommendes Jahr plane ich mich vorzeitig der Elite zu stellen.“

Für das Team geht es nun in die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaften auf der Lenzerheide. Die Athletinnen reisen jeweils mit der Nationalmannschaft nach Livigno oder bereits direkt in die Schweiz, wo in zwei Wochen das letzte große Saisonhighlight wartet.

Fotos: ©Andreas Dobslaff, Irmo Keizer