Ein Fahrrad ohne Kette - Der Riemenantrieb als Alternative

Dies ist ein sehr persönlicher und subjektiver Beitrag über meine Erfahrung mit einem Fahrrad mit einem Riemen anstatt einer Kette.

Warum habe ich mich für einen Riemen entschieden?

Zur Info: Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit. Und ich meine wirklich JEDEN. Man kann es an einer Hand abzählen, wie oft ich im Jahr mit dem Auto meine 3,5 Kilometer Arbeitsweg zurücklege.

Mein bisheriges Fahrrad hatte eine Standard-Shimano XT-irgendwas Schaltung und ich war ständig mit dem Pflegen der Kette beschäftigt. Alle ein, zwei Jahre war aber dann auch trotz fleißigem Reinigen und Fetten eine neue Kette fällig. Die vielen Fahrten durch Regen und Matsch, und im Winter der Schnee und das Salz, beanspruchen die Kette, die Kettenblätter und die Ritzel doch sehr stark. Die gesamte Schaltung mit all ihren beweglichen, freiliegenden Teilen leidet.

All diese Nachteile wollte ich an meinem Pendler-Fahrrad nicht mehr hinnehmen. Da mein Rad sowieso schon ein paar Jahre alt war, habe ich mich für einen Riemenantrieb entschieden.

Wo sehe ich die Vorteile?

Riemen

Mit einem Riemen kommt auch immer eine Nabenschaltung einher, da der Riemen ja nicht flexibel wie eine Kette ist und nicht von einem Zahnkranz auf den nächsten springen kann. Er läuft also immer exakt parallel auf seinen Riemenscheiben. Der Riemen selbst ist aus Polymer/Carbonfasern. Ihm machen Nässe, Schnee und Salz so schnell nichts aus. Die vordere Riemenscheibe ist bei meinem Rad aus Kunststoff, die hintere aus Edelstahl. Also auch dort besteht nicht in nächster Zeit Gefahr, dass es zu Verschleiß kommen könnte. Es gibt keine beweglichen Kettenglieder und es läuft nicht Metall auf Metall wie bei einer Kette, sondern Carbon auf Kunststoff oder Carbon auf Metall.

Nabenschaltung

Der Vorteil bei der Nabenschaltung ist eindeutig, dass es keine außenliegenden Teile gibt. Alles spielt sich im Innern der Nabe ab und ist somit von den Wettereinflüssen geschützt. Das Cube Travel SL, für das ich mich entschieden habe, besitzt eine Shimano Alfine SG-S700 Schaltung mit 8 Gängen. Das ist für mich und meinen flachen Arbeitsweg völlig ausreichend. Doch selbst in hügeligen Gelände habe ich damit keinerlei Probleme.

Ich glaube auch, dass der Riemen und die Nabenschaltung in Kombination leichter sind als eine komplette Ketten/Schaltungsgarnitur. Ich habe bei der Nabenschaltung auch beispielsweise nur einen Schalthebel.

Gibt es Nachteile?

Nun, einen kleinen Nachteil, zumindest bei genau meiner Alfine SG-S700 Nabenschaltung ist, dass der vierte Gang etwas "spürbar" ist. Man spürt durch minimale Vibrationen, dass dort die Kraft übersetzt wird. Der fünfte Gang ist direkt übersetzt, was bedeutet, dass die Kraft nicht über zusätzliche Zahnräder umgelenkt wird. Aber das stört mich nicht. Der vierte Gang kommt bei mir so gut wie nie zum Einsatz. Im Flachen bin ich nur in Gang 5, 6 und 7 unterwegs. Bei starkem Rückenwind schalte ich auch kurzzeitig in den achten. Alle Gänge oberhalb des Vierten laufen komplett vibrationsfrei und lautlos. Teilweise muss ich während meiner Fahrt nicht ein einziges Mal schalten.

Wie ist meine Erfahrung mit dem Riemen und dem Travel SL bis jetzt?

Seit knapp fünf Monaten fahre ich also mit meinem neuen Cube Travel SL Trekkingrad und ich bin rundum zufrieden damit. Ich bin damit nun den kompletten Winter hindurch gefahren und habe mich nicht einmal um das Bike und den Riemen kümmern müssen. Gut, es sieht auch dementsprechend aus, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Ein großer Frühjahrsputz ist angedacht, sobald die Temperaturen wieder zweistellig im positiven Bereich liegen.

Das Rad läuft viel leichter als das alte Rad mit der Kette. Es dringen keinerlei Geräusche zu mir vom Riemen durch. Auf eine Federgabel konnte ich sehr gut verzichten, die hatte ich beim alten Bike sowieso blockiert. Das hat zusätzlich Gewicht gespart. Auch ist das Rad verwindungssteifer, was besonders beim Beschleunigen spürbar ist.

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